METHODEN DER ENAKTIVEN TRAUMATHERAPIE

PSYCHOTRAUMATHERAPIE BEI ULRIKE PETZOLD

Zur Behandlung von chronischer Traumatisierung und Dissoziation der Persönlichkeit setze ich im Rahmen einer Psychotraumatherapie auch die Methoden der enaktiven Traumatherapie ein.

Die Grundlagen der enaktiven traumaverarbeitenden Methoden nach Ellert R. S. Nijenhuis habe ich mir bei ihm in einer Fachweiterbildung angeeignet.

 

HINTERGRUND DER ENAKTIVEN TRAUMATHERAPIE

Enaktivismus geht davon aus, dass Organismen körperlich ausgebildet und in ihrer Umwelt eingebettet sind. Um genauer zu sein: Ihr Gehirn, Ihr Körper und Ihre Umwelt konstituieren und beziehen sich aufeinander, sind voneinander abhängig und treten immer zusammen auf. In ständiger Wechselwirkung entstehen ein Selbst, eine Welt und ein Selbst als Teil dieser Welt.

Traumatisierte Individuen werden ebenfalls als Organismus-Umwelt-System gesehen. Betroffene bemühen sich, in einer schädlichen und überwältigenden Umwelt zu überleben. Unfähig, das traumatisierende Erlebnis zu integrieren, entsteht eine mehr oder weniger komplexe Abspaltung der Persönlichkeit.

Die bedeutenden Psychotrauma-Forscher und Traumatherapeuten Onno van der Hart, Ellert R.S. Nijenhuis und Kathy Steele haben Forschungsergebnisse zusammengetragen, durch die für die neurophysiologischen Vorgänge bei schwerwiegenden traumabedingten Störungen ein erstes Verständnis möglich wird.

Das auf dieser Grundlage entwickelte Konzept der Strukturellen Dissoziation ermöglicht es, die Vielschichtigkeit von traumabedingter Dissoziation (Abspaltung von Empfindungen, Erinnerungen, Verhaltensweisen oder Persönlichkeitsanteilen) verstehen zu lernen und besser damit umzugehen.

Traumatherapie mit Aufmerksamkeit für diese Strukturelle Dissoziation orientiert sich in hohem Maße an der subjektiven Wahrheit von Betroffenen. Persönlichkeitsspaltung zu bewältigen verlangt intensive Kommunikation, Koordination und Kooperation unter den verschiedenen Persönlichkeitsanteilen sowie die Kommunikation der Anteile mit dem Therapeuten.

Enaktive Traumatherapie ist dabei eine mitfühlende und engagierte Bemühung, das Bewusstsein auf Kommunikationsebenen zu bringen, die es erlauben, in für den Patienten machbaren Schritten neue wohlwollende und heilende Erfahrungen entstehen zu lassen.