Zwangsstörungen

Wenn Sorgen, Zweifel oder abergläubische Überzeugungen lebensbestimmend werden und in Ritualen wie z. B. stundenlangem oder ständig wiederholtem Händewaschen, übermäßigem Kontrollieren oder Ordnen münden, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Zwangsstörung.

Betroffene leiden unter unkontrollierbar auftretenden Ideen wie z.B. „Ich könnte den Herd angelassen haben und das Haus könnte abbrennen“ oder „Wenn ich mich nicht sorgfältig genug wasche, infiziere ich andere mit einer schlimmen Erkrankung“. Die damit einhergehende Unruhe und Angst „zwingt“ dazu, etwas zu unternehmen, um die drohende Katastrophe zu verhindern – etwa übermäßiges, manchmal stundenlanges Kontrollieren von Elektrogeräten, bevor man das Haus verlässt oder das Vermeiden von Berührungen mit „gefährlichen“ Gegenständen.

In der Regel erkennen die Betroffenen durchaus, dass ihr Verhalten unsinnig oder übertrieben ist – sie können es jedoch meist nicht ohne Hilfe von außen abstellen. Mit der verhaltenstherapeutischen Methode der Reizkonfrontation in Verbindung mit Verfahren, mit denen eine realistische Neubewertung der angstbesetzten Situationen ermöglicht wird, steht eine Behandlungsmethode zur Verfügung, die sich in der Therapie von Zwangserkrankungen als hoch effektiv erwiesen hat. Ich plane für PatientInnen mit einer Zwangsstörung die Behandlung so, dass auch (besonders effektive) langdauernde Reizkonfrontationen mit teils mehrstündiger Dauer ermöglicht werden können.

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